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Autigender

„Autigender“ ist ein Online-Label für Menschen, die sagen, ihr Geschlecht sei nur über ihren Autismus zu verstehen. Das Label berührt eine echte klinische Frage: Autismus kommt bei Menschen mit Geschlechtsdysphorie häufiger vor, und Leitlinien verlangen deshalb eine sorgfältige Beurteilung.

Definition laut Befürwortern

Eine Geschlechtsidentität, die „über den Autismus erlebt“ wird, wobei die autistische Art des Wahrnehmens, Fühlens und Kategorisierens das Geschlechtsempfinden prägt. Die Behauptung lautet, dass dieses spezifische Geschlecht ohne Autismus nicht zu verstehen ist.

Herkunft und Zusammenhang mit Autismus

Das Label kursiert seit etwa 2014 auf Tumblr und in autistischen Online-Gemeinschaften, als Teil der breiteren Verbreitung selbst gewählter Labels seit 2010.

Warrier et al. (2020, Nature Communications) fanden in großen Datensätzen, dass transgeschlechtliche und geschlechtsdiverse Menschen drei- bis sechsmal so häufig autistisch sind wie cisgeschlechtliche. Auch der Cass Review (2024) beschreibt, dass an die Genderversorgung überwiesene Jugendliche häufiger Autismus und andere Formen von Neurodiversität haben (Quelle).

Kritik: Komorbidität als Identität verpackt

Kritiker meinen, das Label lege einen Zusammenhang zwischen Autismus und Geschlechtsdysphorie als Identität fest, obwohl dieser Zusammenhang gerade sorgfältige klinische Aufmerksamkeit verlangt. Autismus kann mit starrem Kategorisieren, sozialen Schwierigkeiten und sensorischer Abneigung gegen den sich in der Pubertät verändernden Körper einhergehen; wie sich das zur Geschlechtsdysphorie verhält, ist nicht geklärt. Siehe auch Littman/ROGD und die Desistance-Forschung.

Es gibt keinen messbaren Marker für eine Geschlechtsidentität; die Behauptung beruht auf Selbstauskunft. Levine, Abbruzzese und Mason (2022) erörtern die Probleme der informierten Einwilligung bei Jugendlichen, die sich als trans identifizieren.

Was die Quellen zur Behandlung sagen

Der Cass Review (2024) empfiehlt eine breite, ganzheitliche Beurteilung, die auch Neurodiversität berücksichtigt (Quelle). Die finnische Leitlinie (2020) besagt, dass psychiatrische Erkrankungen und Entwicklungsprobleme zuerst behandelt werden sollen. Die SBU (2022) fand die Evidenz unzureichend, um die Wirkungen von Pubertätsblockern und gegengeschlechtlichen Hormonen zu beurteilen (Quelle). Siehe auch die Detransitionsforschung.

Verwandte Identitäten

Häufig gestellte Fragen

Quellen

  1. Warrier, V. et al. (2020). Erhöhte Autismusraten bei transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen Erwachsenen. Nature Communications , 11.
  2. Cass, H. (2024). Unabhängige Überprüfung – Abschlussbericht .
  3. SBU (2022). Hormontherapie bei Könsdysphorie .
  4. Stock, K. (2021). Material Girls . Fleet.
  5. Joyce, H. (2021). Übersetzung: Wenn Ideologie auf Realität trifft . Oneworld.
  6. Levine, S. B. (2022). Reflexionen über die Rolle des Klinikers. Archives of Sexual Behavior , 51.

Siehe auch